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LED Rotorblätter für Bell 47G

Nachtflug mit Modellhelikoptern ist faszinierend - Je nach Beleuchtungsausstattung des Helis kann man nur ein paar Positionsleuchten sehen, die Umrisse des Rumpfes oder komplett beleuchtete Rotorblätter mit Farbringen an der Ober- und Unterseite in verschiedenen Radien.
Beleuchtete Rotorblätter sind recht kostspielig, und für Koaxial-Modell nicht erhältlich. Für die Stabilisatorstange jedoch gibt es von xtreme ein beleuchtetes Modell in verschiedenen Farben. (Forumsbeitrag mit Link zu einem kleinen Film)

Nach den ersten Nachtflügen habe ich jedoch gemerkt, dass man dazu tendiert den durch die Stabistange beleuchteten Ring mit dem Umfang der Rotorblätter gleichzusetzen - beim Flug nahe an anderen Objekten wird man dann schnell eines besseren belehrt.

Also müssen beleuchtete Rotorblätter her!
Als erstes galt es das Problem der Stromversorgung zu lösen.
Bei den großen Helis wird die Stromversorgung gern zentral auf dem Rotorkopf positioniert, da ich aber die untere Rotorebene beleuchten wollte was das nicht möglich.
Also muss die Batterie möglichst nah an der Rotorwelle mittig platziert werden.
Hierzu habe ich Knopfzellen-Halterungen direkt an der Blattwurzel befestigt:


(Ein Klick auf die Bilder hier zeigt jeweils eine größere Version)

Die Kontakte der Haltung wurden durch Bohrungen auf die Unterseite des Rotorblattes geführt.
Befestigungsnasen der Halterungen wurden ebenfalls durch Bohrungen am Rotorblatt fixiert, das ganze mit Sekundenkleber gesichert.
Die Leitungen zu den LEDs habe ich auf der Unterseite montiert, in der Hoffnung dass hier die entstehenden Verwirbelungen weniger negative Auswirkungen haben als es an der Oberseite der Fall wäre.
Zur Minimierung des Gewichts und des Strömungswiderstandes wurde Lackdraht verwendet, welcher mit einem zugeschnittenen Streifen Tesafilm fixiert wurde.

Die LED an der Rotorblattspitze habe ich nochmals mit einem Punkt Heißkleber befestigt, damit die Zentrifugalkräfte nicht am Draht ziehen, und um die Brems-Kräfte bei etwaigen Feindkontakt der Rotorblätter besser abfangen zu können.

Beim Verbinden der Lackdrähte mit den Pins der Batteriehaltung kann man den 1. Prototyp (links im Bild) von der zweiten Version unterscheiden: Links müssen sich die Drähte kreuzen, rechts wurde die LED gedreht montiert...

Das Gesamtergebnis sieht dann so aus:

Im eingebauten Zustand kann man sehen, dass das Gewicht möglichst Nahe an die Rotorwelle gesetzt wurde.

Die verwendeten Knopfzellen vom Typ CR927 (3V) sehen etwas verloren in den großen Batteriehalterungen aus, das geringere Gewicht ist aber nicht von Nachteil, außerdem ist das genau der Typ der in der Stabistange verwendet wird.

Insgesamt fügt sich dieser Umbau harmonisch ins Gesamtbild des Helikopters ein, die Batteriehaltungen fallen kaum auf:

Praxistest

Nun zum Praxistest: Die LEDs leuchten schön stark, als die Motoren das erste Mal gestartet wurden um die Rotoren in Drehung zu versetzen machte sich gleich Begeisterung breit:
Der Effekt des blauen Reifens ist eindrucksvoll!

Check der dynamischen Belastungen vor dem ersten Start: Die Vibrationen halten sich im Rahmen (die Rotorblätter könnten noch besser ausgewuchtet werden). Auch Vollgas bei am Boden fixiertem Heli halten die Klebe- und Lötpunkte aus, als bleibt stabil am Rotorblatt.

Der erste Start erfolgt mit reichlich Adrenalin im Blut: Jegliche Berührung der Rotorblätter kostet nun nicht nur einen Satz Rotorblätter, sondern auch wieder viel Zeit zur Montage der Beleuchtungseinheit. Fehler dürfen einfach nicht passieren...

Der Heli liegt aber erfreulich stabil in der Luft! Kein Taumeln, kein Abdriften. Wie man es von der Bell 47G gewohnt ist. Das Mehrgewicht an den Rotoren macht sich im Flug nicht bemerkbar, auch die Flugdauer leidet nicht merklich darunter.

Nachtaufnahmen mit der Videokamera sind problematisch, der Autofokus arbeitet mit so wenig Licht nicht richtig. Trotzdem habe ich ein paar Sekunden Film zusammengestellt. Ich bitte die ungehobelten Flugmanöver zu entschuldigen, es war deutlich zu viel Wind beim Außenflug, aber die Szenen mussten in den Kasten...

Zum Ausgleich dafür sind die Nachtbilder mit der Kamera (und Stativ!) umso besser in der Qualität.

Im Folgenden eine kleine Bilderserie, der Heli mit drehenden Rotoren, jedoch nicht im Flug sondern auf dem Startplatz verharrend.

Fotostrecke

Bei diesem Blickwinkel ist nicht der gesamte LED-Kreis der Stabistange zu sehen:

Zentral von oben (oder unten) sind beide Kreise vollständig:

Lange Belichtungszeit von 4 Sekunden, Gieren des Helis
und eine Blinkende LED am Heck ergeben dieses Bild:

Man kann auch eine Gierbeschleunigung sichtbar machen:

Hält man während der Aufnahme die Rotoren an und lässt
sie nochmals anlaufen, gibt es einen hellen Punkt im LED-Kreis.
Durch die Vibrationen während des Anlaufens wird das Bild jedoch leicht unscharf.

Getrennte Rotorebenensteuerung (Gieren) macht es möglich:
Nur die untere Rotorebene:

Nur die obere Rotorebene bzw. Stabistange:

Sehr schön: Reflektion der Beleuchtung auf der Lackierung
des Untergrundes (Küchentisch):

Taschenlampen-Spot auf den Helikopter:

Ich stimme der 4-in-1 zu: Alles im grünen Bereich bei dieser Aufnahme:

© Copyright 2007 Klaus Kühnl